Ironman 3

Wer Robert Downey Junior als Ironman oder als Sherlock Holmes gerne sieht, hat eigentlich kaum eine Wahl. Er muss diesen Film sehen. Er ist praktisch in jeder Szene auf der Leinwand, meistens ohne Ironman-Anzug, immer mit einer überragenden schauspielerischen Leistung, immer mit dem Angemessenen Spruch auf den Lippen. Trotzdem vermag sich der Film von seinen beiden Vorgängern abzusetzen. Die generelle Stimmung (und vorallem auch der Soundtrack) gemahnt stark an Avengers. Mehr als alles andere ist es ein Film über Tony Stark und nur am Rande einer über Ironman. Soviel zur spoilerfreien Empfehlung. Alles in diesem Text vom nächsten Abschnitt an werde ich keine Rücksicht darauf nehmen, ob ich zu viel von der Handlung verrate oder nicht. Hört also auf zu lesen, wenn ihr den FIlm noch nicht gesehen habt und es als eine Bedrohung für euer Filmvergnügen seht, wenn ihr Plotdetails schon vorher kennt. OK, ihr wurdet gewarnt, Spoilerfreie Zone endet in 5, 4, 3, 2, …

NERDRAGE! Was haben die sich nur Gedacht? Die Story ist im Prinzip gut, aber es gibt einfach eine Handvoll Details, die das ganze in das Mittelmässige herabziehen, was um so ärgerlich ist, da sie sich leicht umgehen liessen. Zuallererst ist da der Bösewicht. Der Mandarin. Als er das erste mal auf Tony Stark stößt, überzeugt er ihn davon, dass er nur ein Schauspieler sei, der dazu benutzt wird als Terrorist aufzutreten. Es wäre genial gewesen, wenn dies nur ein Trick gewesen wäre um Stark aus dem Konzept zu bringen. Dann hätten wir einen Gegner für Ironman gehabt, der ihm auch auf der mentalen Ebene ebenbürtig ist. Aber nein, die Geschichte von dem alten Mann stimmt tatsächlich und der wahre Bösewicht ist irgend ein Wissenschaftler, dem Tony mal vor 13 Jahren einen Streich gespielt hat. Viel clichéehafter kann es nun wirklich nicht werden.

Auch scheint dieser Wissenschaftler nicht besonders schlau zu sein. Denn er scheitert an den einfachsten Aufgaben, wie zum Beispiel die Lebensgefährtin seines Kontrahenten auf eine Art und Weise zu foltern, welche ihr nicht Superkräfte verleiht. Ich meine, ist ihm nie in den Sinn gekommen, dass sich das relativ schnell mal rächen könnte?

Apropos Pepper Pots Superpower: Ich denke absolut, dass es mehr starke Frauen im Marvel Universum braucht. Aber das ist ziemlich Sinnlos, wenn sie diese Kräfte nur für etwa 3 Minuten im Film hat und sie dann – off screen – durch eine Operation wieder verliert. Aber wieso nur? Ist es Tony Stark nie in den Sinn gekommen, dass es vielleicht ganz nützlich wäre, wenn Pepper über Superstärke, Superregeneration und die Fähigkeit Feuer zu speien verfügt? Bei der nächsten Alieninvasion könnte das doch durchaus nützlich sein und im Marvel-Universum kommt so was durchaus auch mal vor.

Wenn wir schon im überflüssigen Operationenland sind: Was soll das mit der Operation von Tony mit seinem Magneten? Hat er nicht den ganzen zweiten Film damit verbracht, nicht an den Nebenwirkungen des Magneten zu sterben? Ziemlich sinnlos, wenn er das ganze Problem durch eine einfache Operation hätte lösen können.

Wie gesagt: Die Story hat viele gute Ansatzpunkte. Die Idee von den ,eigenen Dämonen‘ hat viel Potential, aber wird zu wenig weiterverfolgt. Der Endkampf verkörpert sehr gut die Dichotomie zweier Weltanschauungen. Man hat den Kampf Biologie gegen Technologie, Vorbereitung gegen Instinkte. Manipulation aus dem Hintergrund gegen die Selbstinszenierung der Heldentat… alles sehr gute Motive um einen Film drumherum aufzubauen… Immerhin, die Szene nach den Credits mag für das Schwache Ende zu entschädigen.